In der verwirrenden Welt der extrovertierten Intros

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Du bist nicht schüchtern, du bist kommunikativ, magst es mit Menschen zu sein. Dir sind deine Beziehungen wichtig, du pflegst sie. Mit voller sozialer Batterie wirkst du beinahe extrovertiert, outgoing, offen. Und in dieser Energie überschätzt du deine soziale Batterie.

Bis es kippt. Bis dein Kalender so voll ist, dass du keine Zeiten mehr findest, um nur mit dir zu sein. Denn im Gegensatz zu deinen extrovertierten Freunden tankst du genau dann auf, wenn alles still ist. Wenn du nicht erreichbar bist. Wenn du alleine bist, Zeit nur mit dir verbringst.

Und du fängst an dich anzuzweifeln. Wieso bin ich bloß so kaputt nach einem vollen Tag im Büro? Wieso zieht mich statt eines Festivals ein ruhiger Abend mit Buch an.

Du willst niemanden enttäuschen, deine Beziehungen sind dir wichtig. Willst allen gerecht werden. Manchmal schämst du dich, dass du die Pausen brauchst. Dass du dich zurück ziehen musst. Bin ich sozial unfähig? Und in anderen Momenten, dann wenn die soziale Batterie voll ist, blühst du im sozialen Kontakt auf.

Solltest ich nicht mehr networken, auf Events gehen, sichtbar sein, lauter sein, präsenter sein? Und doch, neben Job, Freunden, Familie, ist die Energie einfach nicht mehr drin.

Intros in einer extrovertierten Welt

Du bist damit nicht allein! Rund 30–50% von uns weisen introvertierte Merkmale auf. Viele von uns liegen irgendwo dazwischen, manchmal auch Ambiverts genannt.

Offiziell wird Introversion folgendermaßen definiert: “Introvertierte bevorzugen Umgebungen mit geringerem Ausmaß an äußerer Stimulation und benötigen häufiger Zeit allein oder in kleinen Gruppen, um ihre mentale Energie zu regulieren.”.

Schauen wir uns unsere heutige Welt an, insbesondere unsere Arbeitswelt, sehen wir dort nicht viel Platz für diese Bedürfnisse: Großraumbüros, Back to Office Regelungen, ständige Erreichbarkeit, Überstimulation durch Chats, Mails, Anrufe gleichzeitig. Große Meetings, ohne Agenda oder Moderation. Überfüllte Innenstädte ohne Ruheoasen.

Unsere Welt ist laut geworden und sie wird nur immer lauter. Umso wichtiger ist es heute Grenzen für sich zu setzen, um Energie wieder auftanken zu können.

Darum fällt grenzen setzen so schwer

Wenn wir Grenzen setzen, die uns schützen, empfinden wir oft Schuldgefühle. Wenn ich nein sage enttäusche ich meine Freundin. Wenn ich im Homeoffice bleibe, um fokussiert und konzentriert zu arbeiten, verstoße ich gegen die Regeln.

Wir schämen uns für unsere Grenzen. Zweifeln an uns, dass wir schwächer sind an die anderen, dass wir mehr Bedürfnisse haben. Wir haben Angst vor Konflikten, Konfrontation. Was, wenn die andere Person mich nicht mehr mag?

Oft halten uns alte Glaubenssätze zurück uns wirklich zu zeigen:
“Ich bin egoistisch.”
“Mit mir stimmt etwas nicht, wenn ich meine Bedürfnisse wichtiger nehme.”
“Wenn es der anderen Person schlecht geht, sollte ich etwas dagegen tun.”

Die eigene Energie ist begrenzt. Doch manchmal fällt es uns unglaublich schwer diese zu beschützen.

Coaching Impuls

Stell dir als allererstes die Frage: wem nützt es was, wenn du immer wieder über deine eigenen Grenzen gehst? Und dann: was gäb es für negative Konsequenzen, wenn du dir die Räume nimmst, die du brauchst, um aufzutanken? Wenn wir unsere eigene Bedürfnisse unterdrücken, dann oft, wenn wir stark im Außen sind. Doch was würde wirklich passieren, wenn du dir die zwei, drei Abende die Woche blockst? Kannst du das Gefühl aushalten, dass jemand enttäuscht ist? Die Freundschaft zu verlieren, die das nicht akzeptieren kann?

Der Grund, wieso wir versuchen anders zu sein, liegt oft darin, dass wir uns selbst abwerten. Dass wir denken, wir müssten aber doch endlich anders sein. Im Coaching geht es nie darum etwas wegzumachen. Gefühle, Anteile werden immer dann weniger gefährlich, wenn wir lernen sie anzunehmen. Schau dir also mal deinen kleinen Intro genauer an. Was magst du an diesem Anteil? Magst du es, dass du durch diesen Anteil die Zeit mit dir selbst besonders geniessen kannst? Gibt er dir Tiefe, Fokus, Kreativität? Kann er besonders gut zuhören, beobachten?

Wir denken oft der Wert liegt in Dauer Sichtbarkeit, doch manchmal überzeugt die punktuelle Sichtbarkeit genauso ❤️.

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AI bringt nichts, wenn die Angst uns lähmt.