AI bringt nichts, wenn die Angst uns lähmt.
Ich war letzte Woche auf einer E-Commerce Messe, auf der AI ein riesiges Thema war. Und ich bin zweigespalten raus gegangen.
Einerseits: Begeisterung und wahnsinnige Neugier, was AI uns gerade an Möglichkeiten für Wachstum bereit stellt.
Andererseits die Frage, wie wir es als Team schaffen, die Geschwindigkeit der Entwicklungen mitzuhalten?
Im Coaching zeigt sich immer wieder: Veränderung kommt mit Ängsten. Mit Unsicherheiten. Jeder reagiert anders darauf: manche mit mehr Kontrolle, manche mit Prokrastination, manche mit Abwehr.
AI zu lernen, aufzubauen, auszuprobieren, das ist nicht unbedingt die größte Herausforderung.
Unsicherheiten und Ängste auszuhalten, ohne in unsere Schutzstrategien zu rutschen, das ist die Challenge!
Denn nur wer das schafft, wird neugierig bleiben, Fehler machen, sich flexibel auf ständig wechselnde Situationen einstellen können. In Balance und mit Offenheit mitgehen können.
Im Coaching merke ich oft, dass diese Sätze den Umgang mit Veränderung leichter machen - auch wenn sie erst wehtun:
1. Alles wird leichter, wenn du ok damit bist, auch mal aus der Bahn geworfen zu werden. Und wenn du weißt, dass du dann wieder aufstehen kannst. Mutig sein, ausprobieren, Scheitern, Fehler machen, aufstehen. Wenn wir Scheitern um jeden Preis vermeiden wollen, verschwenden wir enorm viel Energie in unsere Schutzstrategien: Perfektionismus, Kontrolle, Kompensation.
2. Veränderung ist immer mit Angst verbunden, sie ist unser Changebegleiter. Es geht also nicht darum sie wegzudrücken, sondern sie zu betreuen. Mit ihr zu gehen, sie zu tragen. Was braucht deine Angst gerade, damit sie im Prozess mitgehen kann?
3. Gefühle werden immer dann leichter, wenn wir aufhören, sie loswerden zu wollen. Du fühlst dich unsicher? Das ist ok! Wenn du das akzeptierst, wenn sie da sein darf, bleibt Unsicherheit, aber sie kontrolliert nicht mehr deine Handlung, wenn du sie bewusst mitnimmst.
4. Der Preis für Kontrolle ist Freiheit. Jeden Output zu kontrollieren fühlt sich sicher an. Aber es ist auch ein Zwangskorsett an Extraarbeit, dessen Output oft eins ist: die eigenen Ängste zu beruhigen. Wer mithalten will, braucht Zeit und Raum: auszuprobieren, kreativ zu werden, Spaß zu haben an Neuem. Wir können uns nicht mehr leisten jeden Fehler zu antizipieren.
Kulturell geprägt sind wir eher ein Land der „auf Nummer sicher Geher“. Die Messe hat uns heraus gefordert: INTOACTION. Wollen wir relevant bleiben, müssen unsere Unternehmen Angst aushalten lernen, denn es bleibt keine Zeit mehr Fehler zu vermeiden.
Ich freue mich über eure Gedanken!

